Was hat das Creating Futures Pionierprojekt bewirkt?
Meinungen der mitwirkenden Young Experts, Mitarbeitenden und Leitungspersonen
Zusätzlich zu den vielen konkreten Innovationen und Erkenntnissen des Pilotprojektes waren Leitungspersonen, Young Experts und Mitarbeitende in der Schlussevaluation mehrheitlich der Meinung, dass in ihren Heimen echte Veränderung entstanden sei. Mitarbeitende und Leitungen befanden, dass sie nun die die Selbstbefähigung der jungen Menschen heute besser förderten als zuvor; Wissen und Handlungskompetenz seien gestiegen. Bei den Jugendlichen stellten sie Anzeichen von gesteigerter Selbstbefähigung fest: erweiterte Fähigkeiten, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, eigene Vorstellungen ihrer Zukunft zu entwickeln und zu verwirklichen sowie das Heim und damit einen Teil ihrer Lebenswelt aktiv mitzugestalten. Ebenso wie die Jugendlichen waren sie zudem der Meinung, dass sie deren Mitwirkung nun vermehrt förderten und nutzen. Ebenso waren sich die Befragten aller drei Akteursgruppen weitgehend einig, dass sie nach Abschluss des Pilotprojekts weiterhin in ihren Heimen «à la Creating Futures» zusammenarbeiten wollten. Als diesbezügliche Botschaften verfassten die Jugendlichen den Creating Futures Codex sowie den PartYzipation Rap. Tatsächlich leben die beiden Schweizer Heime Creating Futures seither weiter, mit weiteren kreativen Innovationen und positiven Wirkungen, während in Ungarn wichtige Impulse über die FICE International Mitgliedsorganisation NENESZ ins Feld fliessen. National und international ist das Pilotprojekt auf Anerkennung und grosses Interesse gestossen; dies zeigen u.a. die Einladung zu Fachartikeln (1; 2)im ersten Fachband zur Partizipation in der stationären Jugendhilfe in der Schweiz, herausgegeben von Kolleg*innen der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sowie in peer-reviewten internationalen Fachjournals. Auf der Ebene der FICE International fliessen Impulse von Creating Futures in Arbeitsgruppen und internationale Empfehlungen zu guter Qualität in verschiedenen Settings der ausserfamiliären Kinder- und Jugendhilfe.
Die nachstehenden Zitate zeigen eine Auswahl beobachteter Veränderungen durch Young Experts, Leitungspersonen und Mitarbeitende, die das Pilotprojekt mitgestaltet und in ihren Heimen umgesetzt haben.
Es ist ein Durchbruch (Erfolg), dass wir alle hier sind, dass uns allen das Thema wichtig ist. Das Projekt ist ein Durchbruch an sich! Young Expert, HU
Mit dieser Grundhaltung zu arbeiten ist sehr befriedigend, weil man die Erfolge sehen kann (weniger Opposition, weniger Kurvengänge, bessere und tragfähigere Beziehungen, Kooperation der Jugendlichen, persönliche Entwicklungsschritte der einzelnen Jugendlichen, etc.) Heimleiterin CH
Eine neue Art, die Dinge zu betrachten, ist entstanden, die uns hilft, gemeinsam mit den jungen Menschen zu überlegen, für die wir sorgen. Mitarbeitende(r), HU
Im Alltag in der Gruppe denken wir jetzt viel mehr über Selbstbefähigung nach. Wenn wir etwas tun [fragen wir uns], was heisst dies für die Selbstbefähigung der jungen Leute? Mitarbeiterin, CH
Es ist grossartig, Theorie und Praxis um denselben Tisch herum versammelt zu sehen. So können wir effektiv und effizient arbeiten. Heimleitung, HU
Bewusstsein zur Thematik der Fragestellung und zum Thema Partizipation ist erhöht. Verschiedene Jugendliche und Mitarbeitende bekunden Interesse am Projekt. Heimleiter, CH
Auf Augenhöhe gemeinsames Projekt Mitarbeitende – Jugendliche = grosser Gewinn = beziehungsstärkend. Heimleiter, CH
Die Jugendlichen lernten auf jeden Fall wahrzunehmen, wie sie selbst Einfluss auf ihr Leben nehmen können. Mitarbeiter(in), CH
[Creating Futures] hat einen völlig neuen Ansatz mit sich gebracht, eine demokratischere Führung, die auf Zusammenarbeit beruht, bei der die Kinder ein Mitspracherecht und eine Wahlmöglichkeit haben, so dass wir einen Teil der Verantwortung übernehmen müssen, die mit dem Erwachsenwerden einhergeht. Viele Innovationen wurden von den Pädagogen ausprobiert. Bei den wöchentlichen Treffen ging es um die Gestaltung von Gesprächen und Jahresplänen. Sie fragten [die Jugendlichen], wie sie helfen könnten, anstatt Hilfe bei Dingen anzubieten, welche sie selbst für wichtig hielten. Es ist ein bisschen wie auf dem Markt: Um mein Geschäft erfolgreich zu machen, muss ich einschätzen, was der Kunde braucht, sonst habe ich perfekte Produkte gemacht, die dann im Lager verstauben. Young Expert, HU
Es war einfach schön, zu erleben, wie die Jugendlichen hier wieder neue Erfahrungen haben machen können im Austausch, auch Erfahrungen haben machen können, dass sie hierzu fähig sind, dass ihre Meinung gefragt ist. Heimleiterin, CH, bez. Zusammenarbeit am Young Expert Exchange & CoP Treffen
Ich bin seit 2018 an diesem Projekt beteiligt und ich freue mich sehr zu sehen, dass viel von der guten Praxis, welche im Projekt konzipiert wurde, jetzt wirklich umgesetzt wird, sehr gut funktioniert und den Jugendlichen wirklich hilft, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Young Expert, HU
Während dem Projekt ist viel passiert. Ich habe mich verändert, hatte die Bezugspersonen vom Heim hinter mir. Ich habe Etwas Einmaliges mitgenommen. Young Expert, CH